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Mit dem Heißluftballon nach Italien



... ein Ballonfahr-Gast berichtet  (Abdruck eines Zeitungsartikels):

 

In 5000m Höhe Kurs Venedig

 

Wie lange haben wir schon darauf gewartet:

Strahlend blauer Himmel, das Flugwetteramt München meldet Wind aus Nord mit bis zu 100 km/h, optimales Alpenüberquerungswetter! Sofort laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Jo Milbert von "SKYGATE-Ballonfahrten" aus Steingaden, macht sich mit seinem 7000m³ großen Heißluftballon, gemeinsam mit 5 anderen Ballönern auf einer Wiese bereit. Geplant ist eine Fahrstrecke von über 300 km über den kompletten Alpenhauptkamm.

 



"Passagiere an Bord!" rufen die Piloten, nachdem die Ballons mit einem Ventilator aufgeblasen worden sind. Die 3000 PS starken Brenner werden gezündet und unsere Ballone erheben sich ganz ruhig in die Luft. Wir schweben mit auffrischenden Winden kontinuierlich Richtung Süden. Flott geht die Reise in mittlerweile 3500 m Höhe an der Zugspitze vorbei. Querab Innsbruck bekommen wir von der Flugverkehrskontrollstelle Wien eine Höhenfreigabe auf 5000 Meter. "Prima", freut sich Jo, "wir haben da oben noch einen viel schnelleren Wind."

 

Ein grandioses Panorama umgibt uns, während wir in mittlerweile 5000m Höhe den Alpenhauptkamm mit 90 km/h überqueren. Großglockner im Osten, Piz Bernina im Westen, und weit darüber hinaus reicht der Blick. Dank der warmen Kleidung und der Sauerstoffmasken können wir Passagiere diese Himmelsreise aus vollsten Zügen genießen.

 

Bozen und die Marmolada gleiten vorüber. In den Dolomiten sind wir auf 3000 Meter gesunken, um uns diese faszinierenden Berge aus der Nähe zu gönnen - durch ihre Formation und Struktur unterscheiden sie sich deutlich von den sonst langgezogenen und gleichmäßigen Gebirgskämmen. Die Reisegeschwindigkeit reduziert sich hier auf 60 bis 70 km pro Stunde. "Kein Problem," sagt Jo, "wir haben noch genügend Gas!"

 



Gegen 13 Uhr weichen die hohen Berge einer hügeligen Landschaft, und es sind gerade noch ca. 1,5 Stunden nach Venedig. Trotz des Dunstes der Po-Ebene kann man in der Ferne die blaue Adria erahnen. Unter uns liegt Vicenza, Es ist ein aufregender Moment, während Jo den Abstieg einleitet. Auf einem kleinen Hügel unter uns flattert die Wäsche waagrecht und zeigt einen flotten Bodenwind, der uns in Richtung San Tomio di Malo führt. Nachdem wir den Ort sehr niedrig überquert haben (die Schornsteine sind noch heil!), landet unser Pilot ganz souverän auf einem tiefgepflügten Maisfeld unter dem Beifallklatschen der begeisterten Passagiere.

 

Ungewöhnlich herzlich werden wir von außerordentlich hilfsbereiten Dorfbewohnern begrüßt, die es sich nicht nehmen lassen, den Ballon per Traktor zum Dorfplatz zu transportieren. Verständigungsprobleme gibt es nicht, wir haben ja Hände und Füße! Natürlich ist die erste Frage, woher wir kommen und warum wir hier gelandet sind. Wir erklären ihnen, dass wir extra aus Deutschland über die Alpen gekommen sind, um ihren italienischen Wein zu probieren.

 

Nach entspanntem Abendschmaus und der Übernachtung in einem kleinem Hotel in der Nähe fahren wir "Abenteurer" am nächsten Morgen wieder zurück nach Deutschland.

 

Vielen, vielen Dank für dieses wunderbare Erlebnis.

Klaus Ziegler, Filderstadt bei Stuttgart



 




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